Corps Friso-Cheruskia

Tradition seit 1860

GESCHICHTE

Das Corps Friso-Cheruskia zu Karlsruhe entstand 1950 aus einem Zusammenschluss dreier Verbindungen. Die älteste davon, die Landsmannschaft Teutonia, wurde 1860 in Zürich gegründet. Beim Umzug im Jahre 1865 nach Karlsruhe wurde sie wegen einer Namensgleichheit in Frisia umbenannt.

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Die zweite Verbindung, das Corps Cheruskia, ging aus einer Schülerverbindung gleichen Namens hervor, die sich 1870 in Karlsruhe gründete und dann über eine Akademische Verbindung zu einem Corps entwickelte. Den dritten Part übernahm das Corps Cheruscia zu Danzig, dass ursprünglich von drei Mitgliedern der damals schwarzen Verbindung Cheruskia Karlsruhe gegründet wurde. Diese drei Verbindungen schlossen sich 1950 zum Corps Friso-Cheruskia mit den Farben hellblau-weiß-dunkelblau zusammen. Unser Corpshaus, wohl eines der schönsten in Karlsruhe, zeugt auch heute noch von dieser weitverzweigten Geschichte.


Werte

Im Großen und Ganzen könnte man die Werte des Corps in ein paar prägnanten Sätzen zusammen-fassen: Mach ein gutes Studium, auch mit einem Blick links und rechts deines Fachbereichs. Behandle dein Umfeld mit Respekt und Toleranz,  sogar ein bisschen mehr, als du für dich selbst erwartest. Verhalte dich sozial in der Gesellschaft und tu auch mal etwas ohne direkte Belohnung oder Bezahlung. Benimm dich und besiege den inneren Schweinehund. Und wenn du dies alles den ganzen Tag berücksichtigt hast, dann genieß auch mal eine schöne Feier mit deinen Freunden.


Fechten und andere Sportarten

Prim, Terz und Quart - das sind die Hiebe, die ein Mitglied unserer Verbindung im Rahmen des akademischen Fechtens lernt. Es gibt viel Literatur zu dieser exklusiven Sportart, die bis auf wenige Außnahmen nur unter deutschsprachigen Studentenverbindungen trainiert wird. Karlsruhe gehört seit den 68ern zu den ruhigeren Pflastern bezüglich des akademischen Fechtens. Der Schmiss auf der Wange ist nicht mehr das Ziel, sondern das gemeinsame Trainieren und der Unterricht, der von unserem Fechtmeister gegeben wird, sollen Spaß und Gemeinschaft schaffen. Ein Teil Tradition und ein Teil Sport finden so in unserem Haus zusammen und verbinden die Generationen.


Gerne zeigen wir bei einem Besuch, wie dies genau funktioniert, welche Schutzausrüstung eingesetzt wird und wie eine Fechtstunde im Detail organisiert ist. Doch nicht nur mit der Fechtklinge in der Hand möchten wir unseren Mitgliedern Ablenkung vom Uni-Stress bieten. Neben dem Fechten betreiben einige von uns die unterschiedlichsten Sportarten: Volleyball, Basketball und Krafttraining, um an dieser Stelle nur einige zu nennen. Es bietet sich für uns auch die Chance, an der Universität eine Halle zu bekommen, um gemeinsam Fußball zu spielen. Gelegentlich werden auch Ausflüge sportlicher Natur unternommen, wie zum Beispiel in die Kletterhalle oder ein Fahrradausflug bis nach Frankreich. Unter den einzelnen Corps in Karlsruhe gibt es auch zweimal im Jahr ein Fußballturnier, welches allen immer sehr viel Spaß bereitet.

Entstehung der Corps


Vor 1800

Im 18. Jahrhundert war das Universitätsleben von losen Zusammenschlüssen der Studenten geprägt, die sich als Landsmannschaften bezeichneten. Im Gegensatz zu den daraus entstandenen Verbindungsformen waren diese Zusammenschlüsse kein „Lebensbund“, sondern auf die Dauer des Studiums beschränkt. Zur Zeit der Jahrhundertwende kam die persönliche Erziehung des Einzelnen durch die Gemeinschaft als Hauptziel der losen Bunde hinzu, was zu einem stärkeren Zusammenhalt der Mitglieder untereinander führte; dies hatte dann auch über das Studium hinaus Bestand.




Nach 1800

Dieser neue Ansatz führte zur Gründung mehrerer Vereinigungen mit dem so genannten „Lebensbundprinzip“ als Grundlage. Dies ist bis heute der Grundgedanke einer jeden Verbindung. Die ersten Zusammenschlüsse dieser Art bildeten in den jeweiligen Städten zu Beginn des 19. Jahrhunderts so genannte Seniorenconvente, auf denen die Vorsitzenden über gemeinsame Werte, Verhaltensregeln und Denkansätze der Studenten beratschlagten. Ziel war es hierbei, eine gemeinsame Position zu bilden und diese gegebenenfalls machtvoll gegenüber der Universität vertreten zu können. Als sich kurze Zeit später der Gedanke der Burschenschaften mit dem Ziel einer einheitlichen Verbindung für ganz Deutschland ausbreitete, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Burschenschaften und den anderen bestehenden Verbindungen, welche sich darauf, als ein Zeichen der Ablehnung und Abgrenzung gegenüber den stark politisch rechten Burschenschaften, abgrenzend als Corps bezeichneten.



Zirkel des Corps Friso-Cheruskia


Spätes 19. Jahrhundert

Da sie sich im Zugzwang sahen, fingen in den folgenden Jahrzehnten auch die Corps an, sich überregional zu organisieren, wobei an den Seniorenconventen immer noch festgehalten wurde. So entstanden der Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) und etwas später der Weinheimer Senioren-Convent (WSC), der gegenüber dem älteren KSCV eine Vertretung für alle Städte mit Technischen Hochschulen stellte. Nach seiner Gründung 1863 durchlebte und überlebte der WSC sowohl die Kaiserzeit, die Weimarer Republik, zwei Weltkriege und den Nationalsozialismus. Jede Zeit prägte so auch die Charaktere einer Generation Corpsstudenten, die infolge der losen überregionalen Vereinigung nicht allgemeingültig beschrieben werden kann. Das hierbei immer beibehaltene Grundprinzip der politischen Freiheit eines jeden Corpsstudenten wird noch heute gelebt. 



Die Wachenburg zu Weinheim